Hier findest du nicht die üblichen Tipps und Tricks wie du über Nacht reich wirst, alle Probleme löst oder eben deine Selbstdisziplin und Willenskraft stärkst.

Wir nehmen dich mit auf eine Reise, die das Thema Willenskraft, die eigene Stärke und Selbstdisziplin auf unterschiedlichen Ebenen durchleuchtet.   

Ausgangssituation

Mia steht kurz vor dem Abitur. Mal stürzt sie sich in die Vorbereitung und nach ein paar Tagen ist die Luft draußen. Sie lässt sich ablenken und fühlt sich manchmal so schlecht, dass sie nicht in die Schule gehen kann. Gespräche und Tipps zu mehr Selbstdisziplin der Eltern haben ihr nicht geholfen kontinuierlich in ihrer Kraft zu bleiben. Deshalb wollen sie auf einer tieferen Ebene nach einer Lösung suchen, um ihre Tochter zu unterstützen. 

Sie kommen zu einer Integral-systemische Aufstellung © ins Balance-Institut.  

Vor der Aufstellung testen wir per Muskeltest den Kompassbegriff „Willenskraft“ aus – ein wichtiger Impuls für die kommende Aufstellung. Mias Vater zeigt sich sehr stark mit der Willenskraft verbunden – ehr zu stark; die Mutter fühlt sich hingegen weniger willensstark – die ganze Situation mit ihrer Tochter bringt sie aus ihrer Kraft; sie tendiert nach eigenen Angaben eher dazu, sich rauszunehmen.  

Im ersten Bild der Aufstellung wird die Dynamik sichtbar, in der Mia steckt und die ihr Kraft raubt. Sie ist sprichwörtlich zwischen zwei Polen hin- und hergerissen. Auf der einen Seite eifert sie ihrem Vater nach, der seinen Zielen mit viel Willenskraft und Power nachgeht. Nach einiger Zeit tendiert sie zum anderen Pol der Willensschwäche und ihre Energie bricht zusammen. „Manchmal geht es soweit, dass sie gesundheitliche Probleme bekommt und ein paar Tage im Bett bleiben muss.“ bestätigt ihre Mutter.  

In der Aufstellung zeigt sich klar, dass die Willenskraft der Mutter und die Willenskraft des Vaters die Pole sind, zwischen denen Mia hin und her pendelt und nicht in Kontakt mit ihrer eigenen Willenskraft kommt. 

 Man kann sich vorstellen, dass dieses „Hin und her“ sehr kraftraubend ist und Mias ganze Energie kostet.  

Um herauszufinden, was sie aus diesem Kontakt bringt, ersetzen wir die Stellvertreter der Willenskraft durch die Mutter des Vaters und die Mutter der Mutter. Dass Mia in einem Spannungsfeld zwischen ihren Großmüttern steht, hat sich schon in einem vorrangegangenen Coaching ergeben.  

Jetzt wird es spannend

Die Mutter von Mias Mutter ist in einem Trauma gefangen und völlig mit sich selbst beschäftigt. Sie hat sich abgekapselt in ihrer eigenen Welt. So steht sie als Kraftquell für ihre Tochter und Enkeltochter nicht zur Verfügung.  

Die Mutter von Thomas nimmt ihren Sohn wie eine Krake gefangen, indem sie versucht immer wieder seine Aufmerksamkeit und Wertschätzung zu bekommen und ihn als Partnerersatz für ihren Mann betrachtet. Das wird auch in dem Satz deutlich: „Ich habe dich nur für das Kind gebraucht.“  

Mit den Themen der beiden Großmütter eröffnet sich die Ebene, auf der Mia wieder in den eigenen Kontakt mit der Willenskraft kommen kann. Die verstrickende Dynamik wird klar.  

Einerseits dockt Mia an die überfordernde, vereinnahmende Willenskraft der Oma (väterlicher Seite) an und geht innerlich weg von ihrem eigenen Willen.  

Andererseits rutscht sie immer wieder in den kraftlosen Zustand der Oma (mütterlichen) Seite ab. Die unbewusste energetische Verstrickung kommt somit ans Licht und Mia kann diesbezüglich bewusste Entscheidungen treffen und innerlich sozusagen aufräumen. 

Der Schlüssel

Der nächste Schritt ist, dass Mia diese Muster und diese Blockaden, die sie übernommen von ihren Omas übernommen hat, zurückgibt. Auf diese Weise Mia löst sich jetzt symbolisch aus der Verstrickung. Sie empfindet das als eine intensive, energetische Befreiung und kommt – für alle deutlich sichtbar – wieder in ihre eigene Kraft. Jetzt nimmt sie symbolisch Kontakt mit ihrer eigenen Willenskaft auf und verbindet sich mit ihr. 

Es gelingt ihr jetzt auch zu den Eltern den richtigen Abstand zu gewinnen und ihren eigenen Weg zu gehen und ihr eigenes Wollen zu erforschen und zu erkunden und weder an dem einen noch an dem anderen Pol/ Extrem zu kleben. Das macht Mia innerlich frei für ihren eigenen Weg und sie muss nicht mehr diese Höhen und Tiefen durchlaufen, sondern kann sich mit ihren ganz „normalen“ Herausforderungen im Leben auf die für sie passende Art und Weise auseinandersetzen.  

Dieses Bsp. zeigt, dass unser Wille, unser bewusstes Entscheidung oft verstrickt ist mit Themen die uns unbewusst am Wickel haben und uns beeinflussen. Gefangen in einer systemischen Dynamik, bindet das die Handlungsenergie und erzeugt ein unproduktives „Hin und Her“.  

In der Regel sind uns die Ursachen und auch die Muster, um die es geht nicht bewusst. In einer Integralen Systemic Aufstellung forschen wir nach diesen Dynamiken und ihren  Ursachen und bringen die blockierte Systemenergie wieder in Fluss. Dazu ist es wichtig die richtigen Schlüsselworte zu finden. Sie setzen die Energie wieder frei. 

Im Fall von Mia heißt das, sie spürt sich selbst besser spüren. Dies hilft herausfinden, was sie selbst möchte und auf dieser Basis ihre Entscheidungen zu treffen und sie auch umzusetzen.  

Die Aufstellung zeigt sehr schön, was Kraft nimmt und was Kraft gibt. In dem Moment wo ungeklärte Themen aus dem System am eigenen Willen zerren, komme ich nicht in die Kraft einen eigenen Willen zu entwickeln: ich kann keine klaren Grenzen setzen und mich gegen den Willen anderer nicht klar abgrenzen.  

Wie sieht es mit deiner Willenskraft aus?  

Weißt du, was du willst?  

Hast du die Kraft, das auch zu verfolgen? Oder lässt du dich von deinem Weg durch Erwartungen von anderen, durch Hindernisse etc. leicht ablenken?  

Ich freue mich auf deine Fragen und Anregungen zu diesem wichtigen Thema. 

Herzlich 

Sigrid